Zecken-Borreliose - Wie schütze ich meinen Hund?

Eva Müller

Mein Hund hat viele Zecken.
Wie gefährlich ist das, was kann ich tun um die Erkrankung mit Borreliose zu verhindern und wie erkenne ich eine solche überhaupt ?

Häufig gestellte Fragen in der Praxis.

Borrelien sind Bakterien und kommen nur auf der nördlichen Hemisphäre vor. Sie benötigen nicht nur Zecken, sondern auch Mäuse oder kleine Nager als Zwischenwirte. Daraus folgt, dass eine vermehrte Borrelioseübertragung nicht im Frühling, sondern eher im Herbst zu erwarten ist, wenn die Anzahl der kleinen Nager ihren Höhepunkt erreicht. Es wird von einer durchschnittlichen Durchseuchungsrate von 20-30% bei erwachsenen Zecken ausgegangen.

Zecken haben, wie auch Flöhe, mehrere Entwicklungstadien. Es gibt Larven, Nymphen und erwachsene Tiere. Jedes Entwicklungsstadium muss Blut saugen, bevor es sich zum nächsten Stadium häutet.

Wenn eine Zecke sich im Hund verbeißt, werden nicht sofort Borrelien in den Hund übertragen, dies geschieht erst gegen Ende des Saugaktes. Diese Tatsache verdeutlicht, daß es sehr wichtig ist, die Zecken innerhalb von 24 Stunden, zu entfernen. Durch diese einfache Maßnahme kann das Infektionrisiko gering gehalten werden.

Die Borreliose stellt insofern ein Problem dar, weil eine Infektion sehr lange symptomlos verläuft. Die auf der unbehaarten Menschenhaut so deutlich sichtbare Hautveränderung rund um die Bissstelle, ist bei unseren haarigen Mitbewohnern nicht zu sehen.

Wegen der anfangs noch geringen Erregeranzahl dauert es relativ lange, 6 bis 8 Wochen, bis der Körper borrelienspezifische Antikörper produziert. Bei einem Infektionsverdacht wird genau dieser Antikörperspiegel im Labor gemessen. Erschwerend ist aber, dass einige andere harmlose Erreger sehr ähnliche Antikörper hervorrufen und das kann zu sogenannt falsch positiven Befunden führen. Auch sehr hohe Antikörperspiegel sind aber nicht in der Lage, die Bakterien vollständig zu eliminieren.

In Versuchen hat sich gezeigt, dass nur 10-20 % der infizierten Hunde auch klinische Erscheinungen der Erkrankung zeigen. Ganz wichtig ist aber ,daß eine Borreliose eine klinische Erkrankung ist und nicht allein durch ein Laborergebnis diagnostiziert werden kann.

Das bedeutet, dass ein positiver Titer auf jeden Fall hinterfragt werden muss.


Welche Labormethode kam zum Einsatz?

Manche Methoden sind anfälliger falsch positive Resultate zu liefern. War der Hund geimpft? Eine Impfung ruft ja auch eine Antikörperreaktion des Körpers hervor. Bestimmte Testverfahren erlauben aber, zwischen sogenanntem Impftiter und Infektionstiter zu unterscheiden.

Die Borreliose hat sehr viele Gesichter und weil die Krankheitserscheinungen oft erst Monate nach einem Zeckenbiss auftreten ist der Zusammenhang zwischen Zeckenbefall und Erkrankung leicht zu übersehen.

Neben unspezifischen Symptomen wie Appetitlosigkeit und Fieber werden immer wieder wechselnde Lahmheiten und Gelenksentzündungen beobachtet.


Was kann man tun, wenn der Hund von einer Zecke befallen wurde?

Entfernen der Zecke innerhalb von 24 Stunden (tägliches Absuchen !) Blutentnahme wenn klinische Anzeichen für eine Borreliose sprechen. Dabei ist aber zu beachten, dass erst 6-8 Wochen nach einem Zeckenbiss borrelienspezifische Antikörper nachgewiesen werden können.

Ausreichend lange Therapie mit Antibiotika. Das ist deshalb so wichtig, weil Borrelien einige sehr raffinierte Methoden entwickeln, sich im Körper zu verstecken und so für das Antibiotikum unangreifbar sind. Manchmal sind mehrere Behandlungszyklen vonnöten.


Was kann man tun um eine Erkrankung zu verhindern?

Das Wichtigste ist eine gute Zeckenprophylaxe, entweder mit Halsbändern oder mittels Spotonpräparaten. Dabei ist aber auf den Wirkstoff zu achten, weil nicht jedes Spotonpräperat, das gegen Flöhe wirkt, auch automatisch gegen Zecken wirksam ist. Auch ist die Wirksamkeitsdauer gegen Zecken meist kürzer als gegen Flöhe.
Die im Moment zur Verfügung stehende Impfung bietet leider keinen 100% igen Schutz gegen Borreliose und wiegt den Besitzer in falscher Sicherheit. Außerdem sind andere von Zecken übertragbare Erkrankungen, wie Ehrlichiose oder Babesiose auch in unseren Breiten im Vormarsch und auch deswegen empfehlen wir vorrangig eine gute Prophylaxe.

Für entsprechende Anfragen stehe ich Ihnen natürlich gerne auch per e-mail zur Verfügung.

Dipl. Tierarzt Eva Müller