Ein vergessenes Kommando - ich nenne es das "Auflösungskommando"
von Barbara Schreinzer
Baby- Bello ist ja echt ein Braver:
Erst zwölf Wochen alt und sitzt immer gleich, wenn Herrchen pfeift ist er schon da und auch das "Platz" befolgt er schon recht ordentlich. Der Star der Welpenspielgruppe.
Acht Monate später:
Training für die BGH und Bello bleibt und bleibt einfach nicht sitzen, immer wieder geht das Herrl zurück, setzt den Hund wieder hin und geht. Doch Bello bleibt nie so lange sitzen, wie es erwünscht und erwartet wird. Auch beim Herkommen ist es immer schwieriger, dass er wirklich herkommt, er läuft nach dem Pfiff zwar brav in die richtige Richtung, doch dann dreht er wieder ab und beschäftigt sich mit seinen eigenen Dingen.
Was war passiert?
Bello kennt zwar grundsätzlich die Kommandos und führt sie auch aus, aber nur so lange, wie er das will. Er hat nie gelernt dass er dieses Verhalten über einen vom Hundeführer bestimmten Zeitraum ausführen soll, immer hat er selbst das Ende bestimmt. Als er noch klein war, ist er natürlich sofort gelobt worden wenn, er sich hingesetzt hat und dass er dann gleich wieder aufgestanden ist, war ja klar - ein so kleiner Bursche kann noch nicht lange sitzen und er ist aufgestanden, wann er wollte. Später ist er vielleicht manchmal etwas länger sitzen geblieben, aber wieder hat er dann bestimmt, wann Schluss ist. Und er ist recht erstaunt darüber, dass nun nicht mehr nur das Sitzen genügt, hat aber keine Ahnung, was eigentlich von ihm verlangt wird.....
Schon beim ersten "Sitz" muss kurz nach dem Lob sofort das "Auflösungs-kommando" erfolgen: Mit "Frei", "Lauf" oder was immer als Kommando verwendet wird, darf der Welpe wieder etwas anderes tun. Auch beim Hereinrufen verwende ich dieses Signalwort, d.h. der Welpe ist bei mir wird ausgiebigst gelobt, geknuddelt, es gibt ein Leckerli, je nach Temperament und Vorlieben des Hundes, und er darf sich mit dem Auflösungskommando dann wieder von mir entfernen - aber keinen Augenblick früher. Da muss ich als Hundeführer kreativ genug sein, die Aufmerksamkeit meines Hundes solange bei mir zu halten, bis ich ihn wieder freigebe.
Gehört haben wir es ja alle schon - aber leider im Alltag ganz schnell wieder vergessen. Zeit, wieder daran zu denken!!!
